Was versteht man unter Prozessorchestrierung?
Der Begriff „Prozessorchestrierung“ bezeichnet die koordinierte Steuerung und Überwachung mehrerer miteinander verknüpfter Geschäftsprozesse innerhalb eines Unternehmens oder über Unternehmensgrenzen hinweg. Ziel der Prozessorchestrierung ist es, sicherzustellen, dass alle beteiligten Systeme, Anwendungen und Akteure zur richtigen Zeit in der richtigen Reihenfolge zusammenarbeiten, um eine durchgängige Prozessausführung zu ermöglichen. Dabei werden sowohl manuelle als auch automatisierte Aktivitäten miteinander verzahnt und aufeinander abgestimmt.
Typische Softwarefunktionen im Bereich „Prozessorchestrierung“:
- Modellierung von Geschäftsprozessen: Visuelle Gestaltung und Definition von Prozessabläufen unter Verwendung standardisierter Notationen (z. B. BPMN).
- Workflow-Management: Steuerung und Ausführung vordefinierter Arbeitsabläufe durch automatisierte Aufgabenverteilung.
- Integration von Systemen und Anwendungen: Verknüpfung unterschiedlicher IT-Systeme zur Gewährleistung eines nahtlosen Informationsflusses.
- Regelbasierte Prozesssteuerung: Automatisierte Entscheidungen basierend auf vordefinierten Regeln oder Ereignissen.
- Monitoring und Echtzeit-Überwachung: Überwachung der Prozessausführung mit Live-Dashboards, um Abweichungen frühzeitig zu erkennen.
- Benachrichtigungs- und Eskalationsmanagement: Automatisierte Information relevanter Stakeholder bei Verzögerungen oder Fehlern.
- Auditierung und Nachvollziehbarkeit: Lückenlose Protokollierung aller Prozessschritte zur Sicherstellung von Transparenz und Compliance.
- Skalierbarkeit und Wiederverwendbarkeit: Nutzung wiederverwendbarer Prozessbausteine für unterschiedliche Abläufe und Skalierung bei wachsendem Prozessvolumen.
Beispiele für „Prozessorchestrierung“:
- Die automatische Verarbeitung einer Online-Bestellung inklusive Lagerprüfung, Rechnungsstellung und Versandfreigabe.
- Die standortübergreifende Koordination eines Produktionsprozesses mit Lieferanten, Fertigung und Logistik.
- Die systemgestützte Bearbeitung eines Kreditantrags inklusive Bonitätsprüfung, Risikobewertung und Vertragsfreigabe.
- Die digitale Antragsbearbeitung in einer Behörde mit Prüf- und Genehmigungsschritten zwischen verschiedenen Fachabteilungen.
- Die End-to-End-Orchestrierung eines IT-Service-Workflows vom Ticket-Eingang bis zur Lösungsbereitstellung durch verschiedene Support-Stufen.